Zentrum für die Behandlung von Clusterkopfschmerzen

Was ist Clusterkopfschmerz?

Der Clusterkopfschmerz gehört zur Gruppe der insgesamt seltenen trigeminoautonomen Kopfschmerzerkrankungen. Ungefähr jeder tausendste Mensch ist in Deutschland von einem Clusterkopfschmerz betroffen. Diese schwerwiegende Kopfschmerzerkrankung betrifft Männer ungefähr dreimal so häufig wie Frauen. Der Clusterkopfschmerz ist durch einseitige Kopfschmerzattacken von etwa 1 Stunde Dauer, die meist um das Auge herum auftreten, gekennzeichnet. Solche Attacken treten bevorzugt in der Nacht, zum Teil mehrfach täglich auf. Mit den Schmerzen kommt es zum Naselaufen, zur Rötung der Augen und häufig auch zum Hängen eines Augenlides. Im Gegensatz zum Migränepatient, der sich in Ruhe zurückzieht, wenn die Kopfschmerzen auftreten, laufen Clusterkopfschmerzpatienten unruhig hin und her oder wippen mit dem Kopf. Typischerweise tritt die Erkrankung über einige Wochen im Frühjahr und Herbst (Episode = Cluster) auf. Etwa 10% aller Patienten sind ganzjährig (chronischer Clusterkopfschmerz) betroffen. Diese Patienten sind häufig nicht mehr in der Lage, einer Berufstätigkeit nachzugehen, berichten über Symptome einer Depression und häufig auch lebensmüden Gedanken.

Nähere Informationen finden Sie auch hier.

Eine Übersicht über trigeminoautonome Kopfschmerzerkrankungen finden Sie hier.


Ganglion spheoidale Stimulation zur Behandlung von Clusterkopfschmerzen

 

Clusterkopfschmerzen sprechen bei einem kleinen Teil der Patienten nicht auf die übliche Behandlung mit Akutmedikation und/oder Prophylaxen an, dann können Therapien der 2. und 3. Wahl sowie Neurostimulations-Verfahren zum Einsatz kommen.

Da das autonome (unwillkürliche) Nervensystem bei Kopfschmerzerkrankungen beteiligt ist und Symptome wie Augentränen oder Nasenlaufen auftreten, kann versucht werden mit der elektrischen Stimulation des Ganglion sphenoidale, einem Nervengeflecht an der Schädelbasis, Kopfschmerzattacken zu behandeln.


Die Wirksamkeit konnte in einer Studie bereits für einen Teil der schwerbetroffenen Clusterkopfschmerzpatienten gezeigt werden. Um das Ganglion zu stimulieren, wird ein kleiner Stimulator durch einen operativen Eingriff über die Mundhöhle auf dem Oberkiefer befestigt, die Stimulationssonde wird unter Röntgendurchleuchtung zum Ganglion vorgeschoben. Die Stromversorgung des Stimulators erfolgt in der Attacke durch die Haut von außen, dazu wird im Fall einer Kopfschmerzattacke ein batteriebetriebenes Handteil auf die Wange aufgelegt.

Bei Interesse stehen wir Ihnen gerne per Telefon +49 6174 2904 570 oder per E-Mail an den Studien-Postkorb zur Verfügung.
Herr Priv.-Doz. Dr. med. C. Gaul ist Ihr Ansprechpartner in der Migräne- und Kopfschmerzklinik Königstein.


Aktuelle klinische Studien zur Clusterkopfschmerzen finden Sie unter Forschung - Aktuelle Studien.


Clusterkopfschmerz-Competenz-Centrum (CCC)

Clusterkopfschmerzpatienten sind überwiegend medizinisch unterversorgt, da die Erkrankung selten ist und nur wenige Ärzte über größere Erfahrung verfügen. In vielen Jahren hat die Migräne- und Kopfschmerzklinik Königstein Erfahrung und Wissen im Umgang mit Clusterkopfschmerzen gesammelt. Die Klinik kann im Team aus Ärzten und Psychologen alle Therapieverfahren zur Behandlung von Clusterkopfschmerzen anbieten. Diese langjährigen intensiven Bemühungen wurden auch durch die Selbsthilfeorganisation der Clusterkopfschmerzpatienten (www.clusterkopf.de) anerkannt und die Migräne- und Kopfschmerzklinik wurde zum Clusterkopfschmerz-Competenz-Centrum (CCC) ernannt, nachdem sie den Zertifizierungsprozess hierfür abgeschlossen hat.
Anlässlich der Anerkennung als Clusterkopfschmerz-Competenz-Centrum fand am 02.11.2012 unter der Schirmherrschaft des Königsteiner Bürgermeisters Leonard Helm, eine Veranstaltung für Patienten mit Clusterkopfschmerz und ihre Angehörigen statt. Dazu war auch Herr Dr. Müller, der Vorsitzende der CSG e.V. anwesend. Das Programm bestand aus Vorträgen mit anschließender Gelegenheit zum persönlichen Austausch von Clusterkopfschmerzpatienten und den Rednern.

Herr Dr. Müller und Herr Priv.-Doz. Dr. med. C. Gaul (von links)