Reisebericht aus Japan

Kopfschmerzforschung in Japan

Auf vielfache Art und Weise werden wir von unserem kulturellen Hintergrund beeinflusst. Unter anderem darin, welches Essen wir mögen, welche Musik wir bevorzugen, aber auch wie offen wir unsere Gefühle zeigen und wie wir Krankheiten erleben. Ist es auf Grundlage dieses Wissens nicht wahrscheinlich, dass unsere Kultur ebenfalls einen Einfluss darauf hat, wie wir eine Migräne-Erkrankung erleben? Doch welche Faktoren spielen dabei eine Rolle? Um diesen Fragen nachzugehen und um mich im Rahmen meiner Masterarbeit mit diesem Thema zu beschäftigen, reiste ich im März diesen Jahres nach Japan.

Der Kopfschmerzforschung habe ich mich während meines Psychologie-Studiums in den letzten 6 Jahren intensiv gewidmet. Die wechselseitige Beeinflussung von physischen und psychischen Vorgängen des Körpers spielt dabei eine wichtige Rolle. Daraus resultiert, dass die Forschung die Themengebiete Medizin und Psychologie miteinander verbinden muss, um ein umfassendes Bild über die Entstehung und Therapie von Kopfschmerzerkrankungen zu erhalten. Während meines Praktikums in der Migräne- und Kopfschmerzklinik in Königstein konnte ich mein Wissen vertiefen und wertvolle Einblicke bei Priv.-Doz. Dr. Charly Gaul erlangen. Herr Dr. Gaul vermittelte mir den Kontakt zu dem japanischen Arzt und Kopfschmerzspezialisten Dr. Daisuke Danno. Dies war der Grundstein für meinen Auslandsaufenthalt und die Vertiefung meiner Studien.

Derzeit absolviere ich mein Masterstudium „Health and Social Psychology“ an der Maastricht University. Da meine Universität keinen Kooperationsvertrag mit japanischen Universitäten unterhält, knüpfte ich selbständig Verbindungen. Ich erlangte die Zusage des Hyogo College of Medicine in Nishinomiya. Das Hyogo College of Medicine bildet derzeit 600 Studenten aus und ist eine der führenden Einrichtungen in der medizinischen Forschung in Japan.

Nach Kontaktaufnahme mit Dr. Takao Takshima, Leiter des Kopfschmerzzentrums des Tominaga Hospitals in Osaka, sicherte mir dieser Unterstützung bei der Datensammlung zu. Grundlage für meine Datensammlung bilden die Kopfschmerzsprechstunden, die zwei Mal wöchentlich im Tominaga Hospital stattfinden und regen Zulauf aus der gesamten Region finden.

Seit meiner Ankunft in Japan nehme ich zudem am Hyogo College of Medicine in der Abteilung für Neurologie an Meetings, Visiten und Teambesprechungen teil. Hier kann ich nicht nur mein Wissen erweitern, sondern auch meine japanischen Sprachkenntnisse trainieren. Ich erhalte interessante Einblicke in die alltägliche medizinische Versorgung von Patienten und entdecke sowohl viele Unterschiede als auch Gemeinsamkeiten zur deutschen Gesundheitsversorgung. Zu meiner Überraschung werden insbesondere von älteren Ärzten noch deutsche Fachbegriffe benutzt, da die japanische Heilkunde nach der Medizinreform im Jahr 1869 zunächst nach deutschem Vorbild gelehrt wurde.

In Japan spielt die medikamentöse Therapie der Migräne eine primäre Rolle. Die Notwendigkeit der Integration von Disziplinen wie Physiotherapie und Psychotherapie wird anerkannt und als wichtig empfunden, jedoch findet ein interdisziplinärer Austausch in geringerem Ausmaß als in Deutschland statt. Dabei kann eine begleitende psychotherapeutische Behandlung helfen, die aufrechterhaltenden Faktoren der Migräne-Erkrankung zu erkennen, Bewältigungsstrategien zu erlernen und somit die Krankheitslast zu mindern. Der direkte Gang zum Psychotherapeuten ist in Japan jedoch erschwert, da der Patient die Kosten selbst tragen muss. In Anbetracht der steigenden wirtschaftlichen Kosten, die durch chronische Erkrankungen entstehen, wird ein Umdenken und eine Anpassung des Gesundheitssystems von vielen Seiten gefordert. Daher war es für mich von großer Bedeutung mein Fachgebiet, die Psychologie, und deren Rolle bei der Behandlung einer Migräne zu präsentieren. Der Rahmen dafür wurde mir auf dem Kansai Headache Meeting und bei diversen Vorlesungen am Hyogo College of Medicine geboten. Im November diesen Jahres werde ich auf dem 45. Kongress der Japanischen Kopfschmerzgesellschaft die Rolle der Psychologie in der multidisziplinären Behandlung der Migräne näher erläutern und zudem Ergebnisse meiner aktuellen Studie präsentieren.

Mithilfe eines online-surveys (migraenestudie.wordpress.com) sammle ich derzeit für meine Studie sowohl in Deutschland als auch in Japan Patientendaten. Die Datensammlung als online-survey ermöglicht eine hohe Probandenzahl in vielen Regionen des jeweiligen Landes und zudem wird das Verhalten gemäß der sozialen Erwünschtheit umgangen. Die Ergebnisse der Studie können sowohl in Deutschland als auch in Japan Einfluss auf die Behandlung der Migräne im psychotherapeutischen Rahmen haben.

Meine Reise bietet mir wertvolle Einblicke in die kulturellen Unterschiede und deren Auswirkung auf Kopfschmerzpatienten. Ich bin dankbar für die Zusammenarbeit der zuständigen Ärzte in Japan und Deutschland und hoffe mit der Auswertung meiner Arbeit einen wichtigen Beitrag für eine verbesserte, auf kulturelle Werte abgestimmte Psychotherapie leisten zu können.


Aktiv vorbeugen gegen Kopfschmerz

Aus Anlass des Bundesweiten Aktionstags gegen den Schmerz fand am 6.6.2017 eine Veranstaltung unter dem Motto "Aktiv gegen den Kopfschmerzen in der Migräne- und Kopfschmerzklinik Königstein statt. Zahlreiche Betroffene und Angehörige kamen in die Klinik, um sich über nichtmedikamentöse Verfahren zu informieren, die ihren Kopfschmerz lindern können. Die Psychotherapeutin Frau Dipl.-Psych. E. Liesering-Latta stellte Strategien zur Vorbeugung gegen häufige Kopfschmerzen in einem Vortrag da und beantwortetezahlreiche Fragen. Verhaltenstherapeutische Verfahren, Ausdauersport und Entspannungstraining werden neben der medikamentösen Prophylaxe zur Vorbeugung von Kopfschmerzen empfohlen. Aber nur etwa ein Drittel der Kopfschmerzpatienten treibt regelmäßig (mindestens 2-3mal pro Woche 30 min oder länger) Sport. Deutlich wurde, dass Verhaltensveränderungen und Engagement erforderlich sind, um besser mit dem Alltagsstress umzugehen, der zur Zunahme von Kopfschmerzen führen kann. Im Anschluss konnte das Motto umgesetzt werden, die Therapeuten der Klinik boten Workshops zur Stressbewältigung an, leiteten eine Selbstbehandlung gegen Schmerzen der Kaumuskulatur an, Gaben Tipps zur Selbshilfe bei Kopfschmerzen und informierten über Triggerpunktbehandlung als effektive Methode zur Schmerzlinderung. Es bestand Gelegenheit sich über klinische Studien und Forschungsprojekte zu informieren und an einem Schnupperkurs QiGong teilzunehmen. Nervenstimulationsverfahren wurden demonstriert und konnten an Informationstischen direkt ausprobiert werden. Der Aktionstag gegen den Schmerz macht auf die zum Teil lückenhafte Versorgung von vielen Millionen Menschen aufmerksam, die an chronischen Schmerzen leiden. Bundesweit fanden in über 230 Praxen und Kliniken, aber auch in Apotheken oder Pflegeeinrichtungen Aktionen und Informationsveranstaltungen rund um das Thema Schmerz statt.


Unser Team beim JP Morgan Lauf in Frankfurt

Unser Team gegen den Schmerz

7 Mitarbeiter der Migräne-und Kopfschmerzklinik Königstein haben sich am Dienstag, den 13.06.2017 den sommerlichen Temperaturen gestellt und sind erstmalig in der Kliniksgeschichte zum JP Morgan Firmenlauf angetreten. Der jährlich durchgeführte Lauf steht für Teamgeist, Kommunikation, Kollegialität, Fairness und Gesundheit und setzt ein Zeichen gegen Mobbing. Da musste unser Team einfach dabei sein.

Auf dem Foto von links nach rechts

Dr. Estelle Neb, Eva Liesering-Latta, Ortrud Kilb, Benjamin Schäfer, Dr. Veronique Mayer, Niklas Kempf, Philipp Hermann


Auszeichnung zur TOP REHA-KLINIK 2016 im Fachbereich Neurologie

Die Migräne- und Kopfschmerzklinik Königstein in Königstein wurde als TOP REHA-KLINIK 2016 im Fachbereich Neurologie in Deutschlands größtem Rehaklinik-Vergleich durch den FOCUS bewertet. Basis dieser Bewertungen sind Empfehlungen von Ärzten, Medizinischen Fachgesellschaften, Patienten Selbsthilfeverbänden und Sozialdienstmitarbeitern.

Die Migräne- und Kopfschmerzklinik Königstein bietet seit 40 Jahren Vorsorge- und Rehabilitationsbehandlung für Patienten mit Migräne sowie anderen Kopf- und Gesichtsschmerzerkrankungen an. Die FOCUS Bewertung hilft Patienten für ihre Erkrankung eine besonders geeignete Klinik zu finden. Die überschaubare, hochspezialisierte Einrichtung in Königstein bietet spezialisierte Kopfschmerzbehandlung mit medikamentöser Therapie, Verhaltenstherapie, Entspannungsverfahren und Sporttherapie an. Herr Priv.-Doz. Dr. med. C. Gaul, Facharzt für Neurologie und Spezielle Schmerztherapie leitet ein Team aus Fachärzten mit Zusatzqualifikation im Bereich der Schmerztherapie, spezialisierten Psychotherapeuten, Physiotherapeuten und Entspannungstrainern. Basierend auf einem bio-psycho-sozialen Krankheitsmodell wird eine möglichst optimale individualisierte Therapie angeboten. Eine besondere Spezialisierung liegt in der Behandlung seltener Kopfschmerzerkrankungen. Deshalb konnte die Klinik auch 2012 bereits als Clusterkopfschmerz Competence Centrum (CCC) zertifiziert werden.

Die FOCUS Liste ist eine gute Orientierung für Betroffene, die geeignete Klinik für sich zu finden. Seit Mitte 2016 können in der Klinik auch stationäre Krankenhausbehandlungen erfolgen, was schwerbetroffene Patienten den Zugang zur Behandlung erleichtert.

 

 


Bundesverband der Clusterkopfschmerz-Selbsthilfe-Gruppen (CSG) e.V. in der Migräne- und Kopfschmerzklinik

 

Clusterkopfschmerzen gelten als Kopfschmerzerkrankung, die mit den stärksten Kopfschmerzen überhaupt und einer sehr hohen Beeinträchtigung einhergehen. Es handelt sich um eine seltene Erkrankung (etwa einer von 1000 ist betroffen).

Die im November 2000 gegründete Clusterkopfschmerz-Selbsthilfeorganisation informiert, berät und unterstützt alle Betroffenen dieser Erkrankung sowie deren Angehörige.

Die Migräne- und Kopfschmerzklinik Königstein, als Clusterkopfschmerz Competenz Centrum, war Gastgeber des diesjährigen Mitgliedertreffens des Bundesverbandes der Clusterkopfschmerz-Selbsthilfe-Gruppen (CSG) e.V. am Samstag, 21. Juni 2014.

Unter der Leitung des Geschäftsführers Jakob C. Terhaag und dem Präsidenten des Vereins Dr. Harald Müller wurden neben den administrativen Vereinsaufgaben, die zahlreich erschienenen Vereinsmitglieder aus ganz Deutschland und auch einem Vertreter aus der Schweiz geschult, u.a. über die Betreuungsintensivierung vor Ort. Die Aufnahme der gesetzlichen Förderung der Selbsthilfe durch die gesetzlichen Krankenkassen, aktuelle Aussichten der Therapie des Clusterkopfschmerzes, als auch ein Einblick in die experimentellen medikamentösen Therapieansätze, waren weitere Schwerpunkte der Veranstaltung. Die medizinisch-wissenschaftlichen Inhalte wurden von Herrn Priv.-Doz. Dr. C. Gaul, dem Chefarzt der Migräne- und Kopfschmerzklinik Königstein, in einem umfassenden Vortrag dargestellt. Die Klinik ist zertifiziertes Clusterkopfschmerz Competenz Centrum (CCC).



Weiterbildung „Spezielle Schmerztherapie"

 

Die Landesärztekammer Hessen hat Herrn Priv.-Doz. Dr. Gaul und Frau Dr. Resch ermächtigt, Ärzte gemäß der Weiterbildungsordnung in der Zusatzweiterbildung „Spezielle Schmerztherapie“ für 6 Monate weiterzubilden.

 


Anerkennung als Ausbildungsklinik für Psychotherapeuten

Die Migräne- und Kopfschmerzklinik in Königstein wurde vom Ministerium für Soziales, Arbeit, Gesundheit und Demographie als Ausbildungsstätte nach dem Psychotherapeutengesetz für die Ableistung der praktischen Tätigkeit (Ausbildungsumfang 600 Stunden) anerkannt.

Die Mitarbeiter der Migräne- und Kopfschmerzklinik Königstein freuen sich über diese Anerkennung, die es ermöglicht, den verhaltenspsychologischen Schwerpunkt der Klinik weiter auf- und auszubauen.

Am 9.9.2016 referierten anlässlich einer Fortbildungsveranstaltung in der Migräne- und Kopfschmerzklinik

 

Herr Dr. A. Blumenfeld, der Leiter des Headache Centers of Southern California und Herr Priv.-Doz. Dr. C. Gaul über die Behandlung der chronischen Migräne.



Android App verfügbar!

Ab jetzt können Sie Migräne Radar auch bequem von Ihrem Android Smartphone aus nutzen.
Die App finden Sie hier: https://play.google.com/store/apps/details…

Wenn Ihnen die App gefällt, würden wir uns sehr freuen, wenn Sie die App positiv im Play Store bewerten und diesen Post teilen könnten.
Haben Sie Kritik? Dann freuen wir uns über eine Zuschrift über unser Kontaktformular: https://www.migraene-radar.de/Kontakt

An der iOS-App arbeiten wir ...

Deutscher Schmerzkongress vom 14. bis 17. Oktober 2015 in Mannheim

Auf dem jährlich stattfindenden Deutschen Schmerzkongress ist die Migräne- und Kopfschmerzklinik Königstein sehr aktiv.

Unter dem Motto "Schmerz im Leben - Schmerz (er)leben" sind und waren unser Chefarzt, Herr Priv.-Doz. Dr. med. Charly Gaul, Herr Benjamin Schäfer (Physiotherapie), Frau Eva Liesering-Latta (Psychologie) und unsere leitende Oberschwester Frau Heike Horvath sowie Frau Johanna Wolf (Psychologie) Referenten und Ansprechpartner rund um das Thema Kopfschmerzen und Migräne.

Herr Priv.-Doz. Dr. med. Charly Gaul
Herr Benjamin Schäfer
Frau Eva Liesering-Latta
Frau Johanna Wolf
Frau Heike Horvath

Clusterkopfschmerzen in Europa

Vom 4.-6.9.2015 fand in Kiel unter Schirmherrschaft des Präsidenten des Europäischen Parlamentes Martin Schulz ein Treffen mit Wissenschaftlern und Clusterkopfschmerzpatienten aus der Schweiz, Niederlande, Griechenland, Estland, Belgien und Deutschland statt.

Priv. Doz. Dr. C. Gaul referierte dort über die Behandlungsmöglichkeiten des Clusterkopfschmerzes mit N. vagus Stimulation.

Auch Patienten berichteten ihre Erfahrungen. Ziel des Treffens sind der internationale Austausch und die Verbesserung der Kopfschmerzversorgung in Europa.

(Fotos: csg.ev; www.clusterkopf.de)

 

 

Podcast zu Kopfschmerzen bei Kindern

Podcast zu Kopfschmerz bei Kindern in der Sendung Leonardo vom 27.7.2015 bei WDR 5 (ab Minute 37:20). Sendung mit Dr. Pothmann, Frau Dr. Gendolla und Priv.-Doz. Dr. Gaul.

http://www1.wdr.de/radio/podcasts/wdr5/leonardo302.html


Fortbildung am 6. September 2014 "Kopfschmerz bei Kindern und Jugendlichen"

 

Kopfschmerzen im Kindes- und Jugendalter steigen in Ihrer Häufigkeit an. Am Samstag, den 06.09.2014 reisten aus ganz Deutschland mehr als 60 Ärzte, Psychologen und Therapeuten nach Königstein, um sich beim Symposium über unterschiedliche Kopfschmerzarten bei Kindern, insbesondere über die Migräne, Vorläufererkrankungen der Migräne im Kleinkindalter wie wiederkehrende Bauchschmerzen und seltene Kopfschmerzsyndrome wie Clusterkopfschmerz zu informieren. Die wissenschaftlichen und klinischen Vorträge hielten Herr Prof. Dr. F. Heinen, Leiter der Neuropädiatrie am Universitätsklinikum Münster, Prof. Dr. P. Kropp, Leiter der Medizinischen Psychologie an der Universität Rostock, Priv.-Doz. Dr. Friedrich Ebinger, Chefarzt der Klinik für Kinder und Jugendmedizin Paderborn, Frau Dipl.-Psychologin Dr. M. Landgraf und Herr Priv.-Doz. Dr. C. Gaul. In der Diskussion und in den Vorträgen standen die Zunahme der Kopfschmerzen im Kindes- und Jugendalter sowie die nichtmedikamentöse und psychologische Behandlung neben der medikamentösen Behandlung im Vordergrund. Referenten und Teilnehmer waren mit der erfolgreichen Veranstaltung in der Klinik sehr zufrieden. Ziel ist es, Kindern mit Kopfschmerzen künftig eine noch bessere Versorgung anzubieten.

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Migräne Radar der Hochschule Hof geht in die zweite Phase:

Migräne- und Kopfschmerzklinik Königstein und Universitätsmedizin Rostock sind Projektpartner

Migräne ist eine der häufigen Schmerzerkrankungen, die bei vielen Betroffenen zu Einschränkungen der Lebensqualität und Ausfällen im Sozial- und Berufsleben führt. Mit dem Migräne Radar der Hochschule Hof sollen Migräneanfälle elektronisch erfasst werden, um wissenschaftliche Fragestellungen zum Auftreten dieser Anfälle zu beantworten.

Das Migräne Radar geht ab dem 1. Juni 2015 in die zweite Phase. Es handelt sich um ein Kooperationsprojekt der Hochschule Hof, der Universitätsmedizin Rostock und der Migräne- und Kopfschmerzklinik Königstein. „Die Migräne- und Kopfschmerzklinik Königstein ist Partner des Migräne Radar und empfiehlt Betroffenen die Teilnahme am Projekt“, sagt Dr. Charly Gaul, Chefarzt an der Migräne- und Kopfschmerzklinik Königstein.

Die Projektpartner begleiten das Migräne Radar künftig in allen medizinischen Fragen. Zudem wird die wissenschaftliche Auswertung der Daten in enger Zusammenarbeit mit der Hochschule Hof erfolgen. Die Forschungsergebnisse sollen helfen, die Volkskrankheit Migräne, unter der bundesweit ca. acht Millionen Menschen leiden, besser zu verstehen und in die Behandlung von Migränepatienten einfließen.

Ebenfalls neu ist die Registrierungsmöglichkeit für Migränepatienten, die individuelle Auswertungen von Migräneanfällen erlaubt. Zur Teilnahme am Migräne Radar sind Patienten aus Deutschland, Österreich sowie der Schweiz aufgerufen. Über die Internetseite www.migraene-radar.de haben diese die Möglichkeit, ihre Anfälle zu melden und ein elektronisches Migränetagebuch zu führen.

Das Migräne Radar 1.0 startete 2011 mit einer Förderung durch das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) im Rahmen des Wissenschaftsjahres 2011 - Forschung für unsere Gesundheit. Ziel des Projekts war die Untersuchung, inwieweit Umwelteinflüsse, vor allem spezielle Wetterlagen oder Wetterumschwünge, Migräneanfälle auslösen können. Ein Zusammenhang zwischen Wetterumschwüngen und einem vermehrten Auftreten von Migräneanfällen wird vermutet, wissenschaftlich konnte dieser Zusammenhang bisher jedoch noch nicht nachgewiesen werden.
Finanziert wird die zweite Projektphase von der Bayerischen Sparkassenstiftung.

Zum Migräne Radar 2.0:
Das Migräne Radar 2.0, gefördert von der Bayerischen Sparkassenstiftung, ist ein Projekt des Instituts für Informationssysteme (iisys) der Hochschule Hof. Es untersucht Auslöser von Migräneanfällen, beispielsweise den Zusammenhang zwischen Wetteränderungen und der Häufigkeit von Migräneanfällen. Projektpartner sind die Migräne- und Kopfschmerzklinik Königstein und die Universitätsmedizin Rostock - www.migraene-radar.de.

Ansprechpartner:
Herr Prof. Dr. Jörg Scheidt, Informatik, Wirtschaftsinformatik
an der Hochschule Hof, Alfons-Goppel-Platz 1 in 95208 Hof
Telefon: 09281-409-4640, Fax: 09281-409 55 4640 oder per E-Mail: joerg.scheidt(at)hof-university.de

Herr Priv.-Doz. Dr. med. Charly Gaul, Chefarzt, Facharzt für Neurologie, Spezielle Schmerztherapie, Neurologische Intensivmedizin
Migräne- und Kopfschmerzklinik Königstein, Ölmühlweg 31 in 61462 Königstein
Telefon: 06174-2904-0, Fax: 06174-2904-100 oder per E-Mail: info(at)migraene-klinik.de


Fortbildungsveranstaltung der MigräneLiga-Selbsthilfegruppenleiter Nord in der Migräne- und Kopfschmerzklinik Königstein

Am Samstag, den 23.11.2013 veranstaltete die MigräneLiga Deutschland e.V. unter Leitung der 1. Vorsitzenden Frau Lucia Gnant eine Weiterbildung für die Selbsthilfegruppenleiter, die in den unterschiedlichsten Regionen Deutschlands Selbsthilfegruppen mit Kopfschmerzpatienten betreuen. In den Selbsthilfegruppen tauschen sich Betroffene über Möglichkeiten zur Selbsthilfe und aktuelle Behandlungsstrategien gegen den Kopfschmerz sowie neue Therapieverfahren aus. Um im Dschungel neuer Erkenntnisse und des wissenschaftlichen Fortschritts Patienten eine seriöse Hilfe bieten zu können, treffen sich die Selbsthilfegruppenleiter einmal jährlich zu einer Fortbildungsveranstaltung, in der sie sich austauschen, Neuigkeiten aus der Organisation der MigräneLiga erhalten sowie von kompetenten Referenten neue medizinische Erkenntnisse vorgestellt bekommen. Das diesjährige Treffen fand in der Migräne- und Kopfschmerzklinik Königstein statt.

Im Sommer 2013 wurde beim Internationalen Kopfschmerzkongress in Boston die neue Kopfschmerzklassifikation vorgestellt, Änderungen in der wissenschaftlichen Sichtweise wurden von Herrn Priv.-Doz. Dr. C. Gaul, dem Chefarzt der Migräne- und Kopfschmerzklinik, für die Teilnehmer erläutert.

Nicht nur neue Medikamente und Therapieverfahren spielen eine wichtige Rolle, auch die Bedeutung psychischer Einflussfaktoren auf die Kopfschmerzen wird häufig unterschätzt. Entspannungsverfahren und psychotherapeutische Verfahren stellen einen wichtigen Baustein in der Behandlung dar. Frau Dipl.-Psychologin Anna-L. Richter aus der Migräne- und Kopfschmerzklinik Königstein referierte über psychotherapeutische Verfahren und Entspannungsverfahren.

Möglichkeiten zur Neurostimulation für schwerstbetroffene Migränepatienten wurden von Herrn Dr. A. Heinze, aus der Schmerzklinik Kiel, vorgestellt.

Knirschen und Pressen der Zähne ist häufig Ausdruck einer unangepassten Stressverarbeitung, dies kann zur Zunahme von Kopfschmerzen führen. Herr Dr. Dr. F. Sanner aus Frankfurt erläuterte den Zusammenhang zwischen Zähneknirschen und -pressen und der Kopfschmerzhäufigkeit. Er stellte zahnärztliche Behandlungsmöglichkeiten vor.

Die Teilnehmer hatten außerdem die Möglichkeit zur Besichtigung der Klinik und tauschten sich auch in den Pausen intensiv aus.


"Aktiv gegen Kopfschmerz" - Patientenveranstaltung

Am 4.6.2013 fand unter dem Motto „Aktiv gegen Kopfschmerz“ eine Patientenveranstaltung in der Migräne- und Kopfschmerzklinik Königstein statt. Etwa 50 Interessierte und Angehörige lauschten Vorträgen zu Kopfschmerzen von Herrn Priv.–Doz. Dr. med. C. Gaul und zur psychologischen und nichtmedikamentösen Therapie (Ausdauersport und Entspannungsverfahren) von Herrn Dipl. Psychologen M. Käther.
Anschließend bestand nach einem kleinen Imbiss die Möglichkeit zur Teilnahme von Workshops mit den Entspannungs- und Physiotherapeuten sowie Psychologen und Krankenschwestern der Klinik.
Die Teilnehmer konnten QI Gong, Progressive Muskelrelaxation nach Jacobsen, Nordic Walking kennenlernen und erhielten Selbsthilfetipps.


Eröffnung des Clusterkopfschmerz Competenz Centrums

Ungefähr jeder tausendste Mensch ist in Deutschland von einem Clusterkopfschmerz betroffen. Diese schwerwiegende Kopfschmerzerkrankung betrifft Männer ungefähr dreimal so häufig wie Frauen. Der Clusterkopfschmerz ist durch einseitige Kopfschmerzattacken von etwa 1 Stunde Dauer, die meist um das Auge herum auftreten, gekennzeichnet. Solche Attacken treten bevorzugt in der Nacht, zum Teil mehrfach täglich auf. Mit den Schmerzen kommt es zum Naselaufen, zur Rötung der Augen und häufig auch zum Hängen eines Augenlides.
Im Gegensatz zum Migränepatient, der sich in Ruhe zurückzieht, wenn die Kopfschmerzen auftreten, laufen Clusterkopfschmerzpatienten unruhig hin und her oder wippen mit dem Kopf. Typischerweise tritt die Erkrankung über einige Wochen im Frühjahr und Herbst (Episode = Cluster) auf.
Etwa 10% aller Patienten sind ganzjährig (chronischer Clusterkopfschmerz) betroffen. Diese Patienten sind häufig nicht mehr in der Lage, einer Berufstätigkeit nachzugehen, berichten über Symptome einer Depression und häufig auch über lebensmüde Gedanken.  

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