Das Therapiekonzept unserer Klinik im Detail

Die Grundlage der Therapie bildet das Bio-Psycho-Soziale Schmerzmodell

Dem Therapiekonzept der Migräne- und Kopfschmerzklinik liegt ein Bio-Psycho-Soziales Schmerzmodell zugrunde, welches die neurobiologischen Grundlagen der Kopfschmerzerkrankung ebenso, wie die psychischen Auswirkungen einer chronischen Schmerzerkrankung und ihre Folgen im privaten und beruflichen Umfeld berücksichtigt. Diese Grundlage ermöglicht es uns, Ihre Kopfschmerzen und Ihre persönlichen Lebensumstände in der Therapie zu berücksichtigen.

1) Individuelle Auswahl einer optimalen Attackenmedikation

Insbesondere bei einer Migräneattacke kommen zu den Kopfschmerzen Begleitsymptome wie Übelkeit, Licht- und Geräuschempfindlichkeit. Mit der Attackenmedikation sollen diese Symptome möglichst effektiv mitbekämpft werden. Ärztliche Erfahrung und Geduld sind notwendig, um die Kopfschmerzattacke und ihre Begleiterscheinungen gezielt zu beseitigen.

2) Medikamentöse Prophylaxe

Eine medikamentöse Vorbeugung kann Ihnen helfen, die Kopfschmerzhäufigkeit zu reduzieren. Durch intensive Aufklärung und Information kann die Furcht vor Nebenwirkungen und Medikamenten verringert werden. In der Auswahl der Medikation müssen Erfahrungen des behandelnden Arztes und Ihre eigenen Vorerfahrungen einfließen. Wir setzen die Substanzen ein, die in den medizinischen Leitlinien empfohlen werden und ergänzen diese zusätzlich durch Nahrungsergänzungsmittel oder Präparate aus der Pflanzenheilkunde mit wissenschaftlich belegter vorbeugender Wirkung. Wir bieten Ihnen eine Behandlung an und erläutern Ihnen unseren Vorschlag. Eine optimale medikamentöse Prophylaxe kann Kopfschmerzattacken auf mindestens die Hälfte reduzieren.

3) Nichtmedikamentöse Prophylaxe

Die Reduktion der Kopfschmerzhäufigkeit kann erreicht werden, wenn Sie selbst aktiv werden! Für uns stehen an erster Stelle die nichtmedikamentösen Verfahren.

Mit Ausdauersport und Entspannungsverfahren (Progressive Muskelrelaxation, Yoga, Qi Gong, Autogenes Training) können Sie Ihren Stress besser bewältigen und Anspannung abbauen. Entscheidend ist Ihr eigenes aktives Handeln unter unserer professionellen Anleitung. Hinzu kommen physiotherapeutische Einzelbehandlung und unterschiedliche Methoden der physikalischen Therapie.

4) Psychologische Therapie

Stress und ungesunde Lebensweise führen häufig zur Kopfschmerzzunahme. Mit psychologischen Verfahren lassen sich Stress und Belastungen reduzieren. Unsere psychologischen Psychotherapeuten bieten Gruppentherapien zum Stressmanagement an. Sie helfen Ihnen, eine Verhaltensänderung im Alltag auch nach der Entlassung aus der Klinik umzusetzen. Denn die Umsetzung der erlernten Strategien in den Alltag nach der Entlassung aus der Klinik bestimmt langfristig Ihren Behandlungserfolg. Häufig haben Kopfschmerzpatienten Vorbehalte gegen eine psychologische Betreuung, sie befürchten, nicht mit ihrer Erkrankung ernst genommen zu werden. Die Einzelgespräche bieten Ihnen die Chance, Belastungen und Sorgen offen anzusprechen – auch ohne, dass eine psychische Erkrankung vorliegt. Jedoch sind Angst und Depression häufige Begleitstörungen bei Kopfschmerzerkrankungen und diese werden gezielt diagnostiziert und behandelt.

5) Anleitung zu gesunder Lebensweise und Ernährung

Die zu häufige Einnahme von Schmerzmitteln führt zur Kopfschmerzzunahme und kann durch die gezielte Behandlung den Medikamentenverbrauch wieder senken. Übergewicht und ungesunde Ernährung sind zusätzliche Stressoren für Kopfschmerzpatienten. Eine gezielte Umstellung der Ernährung kann dafür sensibilisieren auch bei der Einnahme von Medikamenten achtsamer zu sein. Um hier einen guten Zugang zu finden, sollten Kopfschmerzpatienten auf regelmäßige Essenszeiten, eine gesunde Ernährung und eine ausreichende Trinkmenge achten. Diese Aspekte werden im Therapieprogramm der Klinik besonders berücksichtigt.

 

6) Innovative Therapiemethoden

Bei seltenen Kopfschmerzerkrankungen und Erkrankungsverläufen, die auf die Therapie nicht ansprechen, können in der Migräne- und Kopfschmerzklinik auch neue, innovative Therapieverfahren jenseits der Routine zum Einsatz kommen. Die Klinik beteiligt sich an Studien zur Anwendung von Botulinumtoxin und zum Einsatz von Neurostimulation ebenso wie an der klinischen Forschung mit neuen Medikamenten. Bei der Behandlung können all diese Verfahren kombiniert werden. Die alternativen Therapieverfahren, die in der Migräne- und Kopfschmerzklinik zur Verfügung stehen finden Sie hier.