Migräne und offenes Foramen ovale (PFO)

Seit vielen Jahren besteht eine Diskussion darüber, ob ein Zusammenhang zwischen einem offenen Foramen (PFO), einem kleinen Loch in der Herzscheidewand im Bereich der Vorhöfe, und einer Migräne besteht. Aufgefallen war, dass Patienten mit Migräne mit Aura scheinbar häufiger eine solche kleine Öffnung aufweisen. Aufgrund von Daten in Beobachtungsstudien wurde dann berichtet, dass der Verschluss eines offenen Foramen ovale mit einer Reduzierung der Kopfschmerzhäufigkeit einhergehen kann. Daraufhin erfolgte eine randomisierte, kontrollierte Studie (die MIST-Studie), deren Ergebnisse 2008 publiziert wurden. Die Studie weist einige methodische Schwächen auf, jedoch kann klar gesagt werden, dass außerhalb wissenschaftlicher Studien ein PFO-Verschluss nicht empfohlen werden kann. Insbesondere von kardiologischer Seite wird Patienten jedoch häufig ein PFO-Verschluss vorgeschlagen. Für dieses Vorgehen besteht zurzeit keine wissenschaftliche Grundlage bei Migränepatienten.

Auch zur Behandlung des Schlaganfalls ist ein PFO-Verschluss aktuell aufgrund der Datenlage keine allgemein empfohlene Therapie.

Ausführliche Informationen erhalten Sie auf den Seiten der Deutschen Migräne und Kopfschmerzgesellschaft und der Deutschen Gesellschaft für Neurologie.

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