Antidepressiva- und Migräne-Medikamente

Depression und Angststörung sind häufige Begleiterkrankungen bei Kopfschmerzpatienten, gerade dann, wenn Kopfschmerzen häufig werden. Das Risiko, an einer Depression oder einer Angsterkrankung zusätzlich zu leiden, ist bei Betroffenen mit Migräne 2- bis 4-fach erhöht.

Zur Behandlung der akuten Migräneattacke werden häufig Triptane eingesetzt, diese wirken auch als Serotoninagonisten. Zur Behandlung von Depression und Angsterkrankungen werden häufig Serotonin-Wiederaufnahme-Hemmer eingesetzt. Da beide Medikamente auf den Serotoninspiegel wirken, kann theoretisch ein Serotonin-Syndrom entstehen. In der täglichen Praxis wird das Serotonin-Syndrom bislang nur in sehr wenigen Einzelfällen beschrieben, die Antidepressiva vom Typ der Serotonin-Wiederaufnahme-Hemmer (SSRI) oder Serotonin-Noradrenalin-Wiederaufnahme-Hemmer (SNRI) werden jedoch sehr häufig eingesetzt. Aufgrund unterschiedlicher Verstoffwechselung ist das Risiko bei der Einnahme von Eletriptan, Naratriptan und Frovatriptan am geringsten.

Das Risiko eines Serotonin-Syndroms ist aus unserer Sicht in Übereinstimmung mit der Sicht der Deutschen Migräne- und Kopfschmerzgesellschaf als extrem gering einzuschätzen, wenn Antidepressiva und Triptane, wie ärztlich verordnet, eingenommen werden. Wechselwirkungen mit den Antidepressiva aus der Gruppe der Trizyklika, die zur Migräneprophylaxe eingesetzt werden, sind nicht zu befürchten. Die individuelle Medikation können Sie mit Ihrem behandelnden Arzt besprechen.